Zeugnis von Klaus

Zeugnis von Klaus

8. Juli 2019 Aus Von Eure Zeugnisse

Diese Begebenheit liegt schon über 20 Jahre zurück. Doch als Patty mich fragte, ob ich ein Zeugnis geben möchte, habe ich Gott gefragt und mir ist dies in Erinnerung gekommen. Mich ermutigt es insofern, mit Gottes Hilfe in der beruflichen Situation standzuhalten, auch wenn aus menschlicher Sicht keine richtige Perspektive mehr besteht. Gott ist souverän.

Meine Bekehrung zu Jesus fand am 29.08.1993 statt. Davor hatte ich eine üble, depressive Zeit. Ich hatte 2 Semester Landschaftsarchitektur an der FH in Nürtingen studiert. Davon war ein Semester ein Urlaubssemester, weil ich nicht mehr weiterstudieren konnte. Nach dem Urlaubssemester hatte ich das Studium abgebrochen. Ein paar Monate später nahm ich dann Jesus als meinen Erlöser an, nachdem ich eine Zeit von Suizidgedanken und -versuchen durchlebt hatte.

Nach meiner Bekehrung zu Jesus hatte ich immer noch keine berufliche Perspektive, aber nun konnte ich IHN fragen. Ich habe auch eine rasche Antwort bekommen. In der vorigen beschriebenen Zeit hatte ich Kontakt zu einem Studienkollegen, der Christ ist. Diesen Kontakt aktivierte ich. Ich erfuhr von dem Studiengang Agrarwirtschaft. Das hatte mich irgendwie angesprochen. Doch ich hatte keinen Mut an dieselbe Schule zu gehen, an der ich vorher war und meine destruktiven Erfahrungen gemacht habe. Doch es ließ mich irgendwie nicht los.
So fasste ich einen Plan: Ich bat Gott, wenn das nicht seinem Plan entspräche, sollte ER mir für mich sicht- und spürbare Steine in den Weg legen. Um mich wieder neu für den Studiengang Agrarwirtschaft einzuschreiben brauchte ich zunächst eine Bescheinigung, dass ich krankenversichert bin. An diesem Tag, ich weiß nicht es war Anfang Oktober 1993, begann Gottes konkrete Führung.

Ich ging betend in die Krankenkasse, mit der Bitte, Gott möge mir die Steine in den Weg legen, wenn es nicht sein Plan und Wille wäre, nochmal zu studieren (ich hatte Angst davor). Sehr schnell hatte ich die Bescheinigung in der Hand. Nun kam mir in den Sinn Gott zu fragen, wie ich von Reutlingen (wo die Krankenkasse war) nach Nürtingen zu kommen (um Zeit zu schinden?). Ich hatte damals einen alten 240er Mercedes-Diesel. Ich bekam eine Antwort, die mich etwas verwirrte: „Nicht mit dem Auto“. Ich fragte dann: „Ja dann wohl mit dem Zug?“ Die Antwort war „Nein“. Ich fuhr mit dem Auto extra noch in Reutlingen am Bahnhof vorbei. Es kam ein „Nein“. Als ich dann fragte „Wie dann?“ und keine Antwort kam, fuhr ich mit dem Auto weiter nach Metzingen an den Bahnhof und fragte wieder: „ab hier mit dem Zug?“ „Nein“. Dann fuhr ich mit dem Auto weiter, denn ich sah keine andere Möglichkeit. Auf einmal als ich Richtung Ortsende von Metzingen fuhr bekam ich einen Impuls: „rechts ins Wohngebiet reinfahren und das Auto dort parken“. Ich: „ok und dann?“ „An die Straße vorlaufen“. Als ich vorne war sah ich eine Bushaltestelle und dachte, ok. mit dem Bus fahren. Doch Gott hatte einen anderen Plan. So stand ich hin und streckte meinen Daumen raus. Da dachte ich: so jetzt kann mich Gott hier den ganzen Tag stehen lassen, keiner hält und ich weiß, dass das mit dem Studieren nicht seine Idee war.
Kaum ausgedacht, hielt ein Auto und nahm mich mit. Nach ein paar hundert Meter Fahrt fragte mich der Mann, ob ich Christ wäre. Etwas beschämt nickte ich. Er sagte, dass spüre man. Er fragte mich auch, was ich vorhätte und ich erzählte von dem Plan und vor allem von meinen Zweifeln darüber. Er sagte ich müsse ihm versprechen mit in der FH einzuschreiben. Er hätte in der Nähe etwas zu erledigen und würde mich danach wieder mit zu meinem Auto nehmen.

Das Ganze hat mich mit Ehrfurcht erfüllt und ermutigt den Weg zu gehen. Ich schrieb mich ein und als wir zurückfuhren hatte ich einen ganz starken Frieden.
Gott hat einen Plan für unser aller Leben. Und wir dürfen selbst mit unseren Zweifeln zu ihm kommen. Er ist souverän. Er ist unser guter Hirte.
So durfte ich, mit SEINER Hilfe und Gnade, das Studium erfolgreich, wenn auch ziemlich mittelmäßig, zu Ende bringen.

Wahrscheinlich hat Gott mich daran erinnert, weil ich oft im Zweifel stehe, ob ich im richtigen Berufsfeld unterwegs bin. Ich arbeite heute als Berater für landwirtschaftliche Betriebe.