Wieder zu Hause

Wieder zu Hause

12. Januar 2019 Aus Von Angela Weckerlein

Die Weihnachtsferien sind vorbei und die erste Woche im Glaubenszentrum ebenso. Heute Abend unterhielten Patty und ich uns. Das Thema war „Heimat“. Er meinte, er habe sich nie vorstellen können von Balingen wegzugehen und als wir an Weihnachten wieder dort waren, war sie, seine Heimat, so weit weg wie nie zuvor.

Auch für mich war es sehr ungewohnt. Wir kennen Balingen in- und auswendig und verbrachten bislang unser ganzes Leben im Zollernalbkreis und ich hauptsächlich in Balingen. Ich war nie groß weg. Da gab es kein Auslandssemester, kein Au-Pair und folglich auch kein längerer Aufenthalt irgendwo. Ich war einfach da. Nach drei Monaten in Bad Gandersheim waren wir nun in den Ferien wieder da und ich spürte es ganz deutlich: ich war nur noch Besucher.

Es gab auch überraschend viele Änderungen. Geschäfte waren umgezogen, andere die seit Jahrzehnten Bestand hatten waren nicht mehr da oder gar abgerissen. Und doch war das nichts mehr, dass mich betraf. Ich war mehr so eine Art Zuschauerin, die das ganze gespannt beobachtete und- trotz der räumlichen Nähe in der Ferienzeit- das ganze doch mit einer großen inneren Distanz wahrnahm.

Im Gespräch mit Patty meinte er, er fühle sich im Glaubenszentrum angekommen. Fühle sich sehr wohl hier. Und ich tu dies auch. Aber nach einer Heimat strebe ich nicht mehr. Ich merke, und das wird nun diejenigen die Jesus nicht kennen verwundern oder gar irritieren, dass ich meine Heimat beim Herrn habe. Ich will hier für ihn nützlich sein. Will den Menschen von unserem wunderbaren Gott erzählen, ich will Helfen da wo mehr gebraucht wird als nur ein Glas Marmelade, weil die eigene gerade ausgegangen ist. Ich will, dass Menschenliebe praktisch mehr ist als jemandem nur die Türe aufzuhalten. Ich brenne nach diesem MEHR. In dieser ersten Woche stellte sich ein Verein im Glaubenszentrum vor, welcher sich für verfolgte Christen stark macht und nicht nur redet, sondern eben auch macht. Es war sehr bewegend aber auch schockierend. Oft fehlt uns der Blick für diejenigen, die tatsächlich mit ihrem Leben dafür bezahlen müssen, weil sie sich als Christen bekennen. Die den Namen unseres Herrn Jesus Christus nicht mal öffentlich aussprechen dürfen. Es wurden Menschen gezeigt, die Verfolgung erleben. Da sind Männer, die in Gefängnisse geworfen werden, misshandelt werden. Da sind Christen, die werden aus ihren Familien gerissen und lange Zeit weiß niemand was mit dem Ehemann und Vater ist. Oder auch mit der Tochter, Mutter, Ehefrau, Nachbarin… Wo er/sie ist. Was er/sie erleiden muss. Wir Deutschen sehen oft nur die belächelnden Blicke, wenn wir sagen „Wir sind Christen“. Anderen wird viel mehr angetan. Aber sie kämpfen weiter. Weil es sich lohnt! Man muss Gott kennen, um dies zu verstehen. Man muss ihn persönlich erfahren haben um meine Worte nicht als absurden Extremismus abzutun. Man muss Stellung beziehen. Und es ist so leicht jemanden einfach als Spinner abzutun, nicht wahr? Aber all ihr anderen: lasst uns einstehen im Gebet für unsere Geschwister die leiden. Die Misshandlung, Folter, Erniedrigung erfahren müssen. Es steht im Wort. Lasst uns unsere Komfortzone verlassen und uns bewusst werden:

Wenn euch die Welt hasst, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat. Wenn ihr von der Welt wärt, so hätte die Welt das Ihre lieb; weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt heraus erwählt habe, darum hasst euch die Welt.

Johannes 15,18-19

Und auch:

Ihr werdet aber auch von Eltern und Brüdern und Verwandten und Freunden ausgeliefert werden, und man wird etliche von euch töten, und ihr werdet von allen gehasst werden um meines Namens willen. Doch kein Haar von eurem Haupt wird verlorengehen. Gewinnt eure Seelen durch euer standhaftes Ausharren!

Lukas 21,16-19

Ja, man muss Gott kennen, um das zu verstehen. Ich will beten für diese mutigen und entschlossenen Christen, die keinem Götzen nachjagen, sondern für das wahrhaftig gute Werk einstehen. Amen.