Konflikte

Konflikte

25. November 2018 Aus Von Angela Weckerlein

Auf der Bibelschule zu sein heißt gerade auch im zwischenmenschlichen Bereich: Herausforderung pur! Während anfangs alles noch eine rosarote Brille erhält und der stets freundliche Umgang, das Kennenlernen und der wirklich tiefgreifende Inhalt der Gespräche einen beflügelt kommt dann so nach und nach ein etwas anderes Bewusstsein zustande. An manchen Tagen eine Haltung des „Bitte nicht anschauen, ansprechen- – nein STOP- -ich bin nicht da- du siehst nur einen Geist“ hin zu – und das bleibt nun mal leider nicht aus- Ärger, Wut oder einfach Unverständnis jemandem gegenüber.

Letztere Erfahrung hab ich zunehmend bei einer Person festgestellt, mit der ich hier sehr stark konfrontiert bin. Ich hab ihn stets als vor allem eines wahrgenommen: laut, rücksichtslos und gerne im Mittelpunkt des Geschehens. Ich muss zugeben, da waren noch weitere, nicht gerade positive Attribute, die mir auffielen und die mich zunehmend erregten.

In Cartoons gibt es manchmal einen riesigen Hammer, der wie aus dem nichts von oben herab auf die Zeichentrickfiguren runterknallt und sie zusammen quetscht. So habe ich es empfunden, wenn diese Person in meiner Nähe war. Das wiederum hat mich zunehmend zu- wo wir gerade bei Comics sind- der bösen Katze gemacht. Die, die mit großen Augen und angespitzten Zähnen dasteht und laut mit Fauchen beginnt, wenn sie „den Hammer“ kommen sah.

Gestern gab es dann ein, ich muss zugeben, weiteres „Klärungsgespräch“. Und ich weiß nicht was geschehen ist aber es war irgendwie anders. Ich fühlte mich diesmal nicht nur nach „du böse Katze bist immer so gemein zu mir“. Ich hatte diesmal mehr Freiheit im Gespräch und konnte auch zum Ausdruck bringen was sein Verhalten mit mir macht. Und ich glaube es wurde verstanden.

Nach dem Gespräch gestern machte mir mein Mann klar, dass es auch eine Entscheidung sei. Eine Entscheidung sich gegen das zu stellen was einem so offensichtlich missfällt. Das man entscheidet sich auf das zu konzentrieren was Gott in der Person sieht.

Und heute stellte ich fest, dass ich die Person nur in den Arm nehmen wollte. Einem Infekt geschuldet der mich derzeit etwas ausknockt wäre das eher eine ekelige Vorstellung und zudem vermutlich auch noch hochansteckend. So entschied ich mich für einen kleinen Zettel als liebe Nachricht stellvertretend zu einer echten Umarmung. Ergänzend kann ich sagen dass die Umarmung aber doch noch später stattfand und ich hab ihn wirklich fest gedrückt 😊

Eine kurze Zeit nach meiner kleinen Nachricht hielt ich inne. Mein Mann merkte dies und fragte was los sei. Mir liefen Tränen runter und ich stellte fest, dass ich plötzlich eine Liebe für diesen Menschen bekommen hatte. Als hätte mir Gott ein Teil seiner Liebe für die Person in mein Herz gepflanzt. Das hat mich so überwältigt das mir jetzt beim Schreiben schon wieder die Tränen runter laufen.

Nein, es wird vermutlich immer mal wieder herausfordernd werden. Und das möchte ich nicht abstreiten. Aber ich kann ihn jetzt aufrichtig lieben, das ist schon sehr viel wert.