Hier sein

Hier sein

22. November 2018 Aus Von Angela Weckerlein

Über neun Wochen sind nun schon vergangen. Und offen gesagt, habe ich mir das ganze doch reichlich entspannter vorgestellt als es nun der Fall ist. Um einen Einblick zu gewähren und einfach Anteil haben lassen hier ein paar Zeilen zum „Hier sein“…

Als ich an „Bibelschule“ dachte, da dachte ich vorrangig an das reine Studium am Wort. Etwa in Form einer theologischen Betrachtung auf die Schrift, eine Lehre über den Ursprungstext und das Erlernen von Bibelversen. All das ist vollkommen zutreffend und doch ist es bei weitem nicht ansatzweise ausreichend… hier zu sein bedeutet sehr viel mehr als ein Studium der Bibel.

Wir teilen Gemeinschaft, leben mit unterschiedlichsten Charakteren, Lautstärken, Emotionen… vierundzwanzig Stunden täglich, sieben Tage die Woche.

Wir lesen, lernen, arbeiten und führen Gespräche. Viele davon auch mit Gott. Und er arbeitet an uns. Innerlich werden Prozesse in Gang gesetzt und nicht jeder Prozess erfährt direkt einen Stempelaufdruck „erledigt, Kapitel abgeschlossen“. Manche Kapitel werden hier erst geöffnet… Neben den inneren Prozessen ist man hier sehr fokussiert auf das Gebet was ich sehr sehr wertvoll finde. Mein Gebetsleben hat sich hier wirklich nochmal verändert und ich rechne es der Schule hoch an, dass sie hier einen so großen Fokus auf das Gebet richtet. Hier zu sein bedeutet für mich aber auch im Wesentlichen das die „normalen Dinge“ des Alltags wie ich sie jahrelang kannte in den Hintergrund geraten und „mein Inneres“ in den Vordergrund gerät. Was zuvor im Alltag viel mehr Raum hatte, Dinge wie Arbeit, Putzen, mit dem Auto von A nach B kommen, Lebensmittel einkaufen, Kochen, Küche aufräumen oder auch in unserem Fall mit Snow laufen gehen, all das gerät hier sehr in den Hintergrund oder ist eben gar nicht mehr teil unseres Alltags. Da sind Unterrichtseinheiten, Studieraufgaben, Gebetszeiten, diverse Gruppen und Dienste… manche sporadisch andere fest. Der Alltag ist bunt und vielfältig, wertvoll und bejubelnd, bereichernd und „wohlig“, aber auch traurig und tränenreich.

Auch sehr im Vordergrund stehen die Gaben, die Gott einem gegeben hat.

Was ich nun schreibe wird nicht jedem Christen zusagen und manch Nicht-Christ wird mich für einen Spinner halten doch ich kann mit Sicherheit behaupten, dass es weit mehr gibt als unsere bloßen Sinne wahrnehmen können. Wie sonst könnte ich an mancher Stelle feste Aussagen und Wegweisungen treffen, die ich von Gott erhalten habe? Nein, ich schlage nicht die Bibel auf, fahre mit dem Zeigefinger über die Seite und picke mir meine Antwort raus wie ich sie gerade brauche. Wie können wir von einem lebendigen Gott reden, wenn da nur von purem Glauben und nicht auch von Erfahrungen die Rede ist? Glaubst du wirklich, das 2,26 Milliarden Christen nur aufgrund eines Erziehungsstils des Elternhauses oder nur aufgrund einer festen Annahme Christen sind? Oder sind wir nicht dann doch alle Menschen und wollen mehr sehen in unserem Leben als eine feste Überzeugung? Hält uns diese Überzeugung, wenn wir durch tiefe Täler gehen? Kann das eine Überzeugung, die nie Taten erfahren hat? Kann sie das bei 2,26 Milliarden Christen? Ist diese Masse an Menschen also besonders labil und versuchen verbissen an etwas festzuhalten? Können labile Menschen denn beharrlich an einem Glauben festhalten? Oder ist diese Vielzahl an Christen einfach besonders träumerisch? Vielleicht kennst du ja Chris Pratt? bekannt aus dem Film „Jurassic World“ oder Dwayne „The Rock“ Johnson (Schauspieler)? Was ist mit dem „Gladiator“ Russell Crowe? Oder vielleicht lieber Musik? Wie wäre es mit Avril Lavine? Lieber Sport? Wie wäre es mit Jürgen Klopp? Alles Christen!

Vielleicht lieber ein Arzt? Wie wäre es mit Dr. Jérôme Lejeune – der Entdecker der Ursache des Down-Syndroms. Oder … ganz außergewöhnlich: Buzz Aldrin. Der inzwischen 88- jährige war der zweite Mensch auf dem Mond. Und ganz nebenbei bemerkt: er feierte das Abendmahl im All,- ist das nicht cool 😊

Christsein beinhaltet Fragen. Viele Fragen. Vielleicht ist heute ein guter Tag, sich mit diesen Fragen zu beschäftigen. Es gibt so viel Literatur, welche sich ganz genau mit all den kritischen Fragen beschäftigt. Die fundiert antwortet auf so viele Fragen… und ja, letztlich werden immer Fragen unbeantwortet bleiben.

 Wir sind nicht allwissend. Aber es gibt da einen, der ist es. Und ich kenne ihn. Du auch?