Fallstricke

Fallstricke

4. August 2019 Aus Von Patrick Weckerlein

An manchen Tagen geht’s mir schlecht. Und meistens sieht es so aus das alle anderen Schuld sind nur ICH nicht. Alle anderen die um mich rum sind, die irgendwas mal mit mir zu tun hatten. In der Vergangenheit oder sogar noch irgendwann was mit mir zu tun haben werden in der Zukunft. Und wenn ich niemandem mehr die Schuld geben kann dann geb ich sie einfach Gott. Er hat mir hierher gebracht, er hat mich hierhin gestellt, er hat mich berufen als Christ also hat er auch Schuld. Und ich mauer mich dann so ein, dass ich fast keinen anderen Ausweg sehe als mich von ihm abzuwenden.

Und wenn dann Angi meine Frau mich fragt was los ist, dann sag ich nur „Ich weiß es nicht“. Und- es stimmt tatsächlich! Ich weiß es in diesen Momenten nicht. Aber später. Später wenn ich mich wieder ein bißchen zusammen reiße und ein bißchen vor Gott komme und tatsächlich mal nach IHM frag: „Wie siehst du das?“ Und das tu ich viel zu selten. Ich häng mit dem Bibelstudium hinterher. Ich denke immer „Ich hab keine Zeit“ aber an der Zeit hängt es nicht. Ich nehme sie mir nicht. Sondern ich möchte Zeit für mich. Aber ich bin auch Christ und eigentlich möchte ich Zeit mit Gott. Weil so wie das meine Frau auch immer sagt – da kann ich auftanken. Er ist meine Tankstelle. Ich fahre viel zu oft an dieser Tankstelle vorbei und denke „es reicht noch“, aber irgendwann auf der Straße kommt dann der Punkt an dem der Tank dann auf Reserve schaltet und da ist es schon zu spät. Da wird es schon kribbelig. Da gucke ich mich schon um und suche einen Schuldigen. Und wenn dann der Sprit voll ausgeht und ich drinstecke und keine Power mehr habe, dann mache ich was ich gar nicht machen möchte. Ich suche nach Streit. Und gelegen kommt meine Frau. Ich weiß dass sie es immer gut meint. Und leider hab ich viel zu viele schlechte Erfahrungen in der Vergangenheit gemacht die mir Prägungen oder Abläufe mitgegeben haben in die ich immer wieder zurück falle, auf die ich rein falle. Die sind wie Fallstricke. Und da stolper ich dann drüber. Das Auto steht auf der Straße stottert nur noch. Ich steige aus und versuche zur nächsten Tankstelle zu laufen. Und da sind lauter Fallstricke. Ich kann die Tankestelle zwar schon sehe, sie ist ja nicht weit. Aber die Fallstricke sind überall. Und manchmal, nur manchmal, bringen die dich zu fall. Und du rastest völlig aus. Und für mich heißt das ich muss aus der Situation raus. Ich muss gehen. Ich muss im Auto sitzen ein bißchen rum fahren. Zu mir kommen. Nachdenken. Und dabei wäre es so einfach. Wenn der Tank noch viertel voll ist einfach zur Tankstelle fahren. Oder gar schon früher. Wenn er halb voll ist. Einfach zur Tankstelle fahren. Und bei der Tankstelle sprech ich nicht von einem Gottesdienst oder Lobpreisabend. Die Tankstelle ist tatsächlich eine persönliche Zeit mit Gott. In der ich ihm erzähl was gerade los ist. In der ich mich tatsächlich auch auskotzen kann. Was mich aufregt. Was mich zum nachdenken bringt. Was mich durcheinander bringt, was mich traurig macht. Was mir aber auch spaß macht. Und wenn ich ganz genau hinhöre dann bekomme ich eine Antwort von ihm.

Also ich kann nur dazu aufrufen: öfter zur Tankstelle zu fahren. Aufzutanken bevor das Auto ins Stottern kommt. Bevor das Auto stehn bleibt. Und bevor du aussteigst und versuchst über die Fallstricke hinweg- was nicht funktioniert- zur Tankstelle zu kommen. Fallstricke sind in meinem Fall Gemeinheiten über andere, Dinge die ich nicht mache, die ich eigentlich tun sollte. Egal ob das ganz banale Dinge sind, wie Wäsche aufhängen oder Spülmaschine einräumen. Aber auch Urteile zu fällen über andere. Wer bin ich denn das ich urteilen könnte über irgend jemand?

Jesus ich möchte dir danke sagen das du bei mir bist. Ich möchte dir alle Ehre geben das du verstehst, immer verstehst, immer da bist, auch in Zeiten in denen ich nicht weiß das du da bist. Du bist immer an meiner Seite. Du bist die Tankstelle. Und eigentlich könnte ich ein Dauerbefüller sein. Aber ich bin einer der es immer drauf ankommen lässt. Das ich kein Benzin mehr drin hab, keine Power mehr hab, und dass ich über die Fallstricke stolper. Ich möchte dich heute bitten Jesus, dass du mir das schenkst dass ich erkennen kann wann mein Tank halb voll ist und dass ich dann zur Tankstelle fahre. Und wenn ich viel fahre dann muss ich eben öfter zur Tankstelle. Und wenn ich wenig fahre weniger oft. Ich bitt dich darum und in deinem Wort steht, was ihr in meinem Namen erbittet wird euch teil werden. Und diese Verheißung möchte ich in Anspruch nehmen. In deinem Namen Jesus, Amen.