Abschied

Abschied

28. Mai 2019 Aus Von Patrick Weckerlein

Das Bibelschuljahr neigt sich dem Ende entgegen und genau so schnell kommt der Abschied auf einen zu. Beim Einen etwas langsamer, beim Anderen etwas schneller, beim Einen etwas lauter und beim Anderen etwas leiser.

Genau so war es auch. Das Bibelschuljahr 2018/2019 endete am 25. Mai 2019 mit einem Abschlussgottesdienst. Wir spulen etwas zurück, ca. 1,5 Wochen vor dem Ende. Angi war schon länger klar das wir sehr früh anfangen sollten zu packen, bei mir wäre das mehr so eine letzte schnelle Aktion mit wahrscheinlich etwas kürzeren Nächten geworden. Da ich aber auf meine Frau hörte als sie sagte: “Wir sollten heute anfangen zu packen.” Ging es im Prinzip auch schon los. Es mussten Bananenkisten aus dem nächst gelegenen Supermarkt geholt werden. Da wir auch schon einiges für das zweite Schuljahr vor Ort lassen konnten, sind Bananenkisten eine sehr gute Wahl zum stapeln.

Wir sortierten, packten ein, füllten Bananenkisten und Koffer und schleppten die Dinge, die nicht mehr benötigt wurden, zu einem Dachbodenstellplatz. Anderes wurde von Angi super vorsortiert und in Koffern, Taschen und noch mehr Taschen verstaut. So brach unsere letzte Woche im Glaubenszentrum Bad Gandersheim an. Der Montag noch mit normalem Unterricht, ab Dienstag wurden dann die Klassen und Module verabschiedet und ausgesendet. Es war schön zu sehen wie Jede und Jeder nach vorne ging um sich sein Zertifikat abzuholen. Auch Angi und ich haben unsere Zertifikate für das erste Schuljahr “Jüngerschaftsschule” erhalten.

Dienstag wurde das erste Schuljahr verabschiedet, Mittwoch das zweite und am Donnerstag die Module “Kids Ministry”, “Fokus M” und “Kingdom”. Jeder Schüler hat in diesem Jahr, wahrscheinlich wie die Generationen von Schülern in den Jahren zuvor, seine eigene Geschichte mit Gott geschrieben. Genau das war mein Highlight. Denn an allen drei Tagen konnten verschiedene Schüler ihre Zeugnisse, die Erlebnisse mit Gott, weitergeben. Es ist herrlich zu hören, was sich da so alles tut. Sehr häufig, so mein Eindruck, ging es um Beziehungen, die Beziehung zu Gott, die Beziehung zur Familie oder auch die Beziehung in der Familie. Doch es ging auch um andere Dinge: wie zum Beispiel falsche Werte, Abhängigkeiten, Selbstaufgabe (nicht mehr ich stehe an erster Stelle, sondern Gott). Es ist absolut unglaublich welche Themen Gott anstößt, allein nur wenn ich auf meine “Baustellen” zurück blicke. Doch nicht nur das, es sind immer wieder die Worte “Gott ist gut” und “Gott ist treu” zu hören.

Es war so schön und berührend, traurig und witzig, was die letzten acht Monate so geschehen ist. Unglaubliches haben wir gesehen, erfahren und erlebt, so möchte ich auch wiederholen was wir so oft gehört haben: GOTT IST GUT.

Am Donnerstag Nachmittag stand noch ein besonderes Ereignis an: der Schulleiterwechsel. Gerry Klein hat die Bibelschulleitung übergeben an Helmut Kühn, dem wir an dieser Stelle nur das Beste und Gottes Segen wünschen.

Der komplette Freitag war auf Putzen ausgerichtet. Das Zimmer musste einmal von oben bis unten geschrubbt und gebohnert werden. Dank Angis unglaublichen Vorbereitungen waren und wir schon um 10:30 Uhr fertig und das Zimmer konnte zur Abnahme übergeben werden.

Samstag war Abschiedstag. Irgendwie waren alle in Aufbruchstimmung, doch es lag auch eine bedrückende Schwere in der Luft, die schon beim Brunch morgens zu spüren war. Ja, man hat sich nach acht Monaten auf so engem Raum schon sehr aneinander gewöhnt und jetzt wieder auseinander zu gehen fällt schwer.

Der Abschlussgottesdienst war vorbei und die ersten lagen sich schon mit dicken Tränen in den Armen. Manche kommen im nächsten Schuljahr wieder, das tröstet. Manche wird man vielleicht nie wieder sehen. Es haben sich doch aber auch tiefere, intensivere Freundschaften gebildet und dann ist es schwerer sich zu trennen und “auf Wiedersehen” zu sagen. Nur noch einmal durch die Menge gehen und alle drücken die einem nahe standen und dann am besten schnell raus und ins Auto und dann geht es weiter. Bei manchen geht´s ins Studium, bei Anderen in den neuen Job, wiederum Andere bleiben zur Mitarbeit. Und ich? Ich bin jetzt erst mal in der alten Heimat und dann geht´s ins zweite Schuljahr.